Ist Gesundheit Führungsaufgabe?

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Bin ich als Vorgesetzter für die Gesundheit meiner Beschäftigten zuständig?
Diese Frage ist mit einem klaren ja zu beantworten, wenn es auch klare Einschränkungen dazu gibt. Die Gesundheit ist das Fundament dafür, dass Beschäftigte ihre Tätigkeit erfüllen können und es ist die Basis, dass ein Unternehmen innovativ und erfolgreich ist. Als Verantwortlicher habe ich mit meinem Verhalten einen großen Einfluss darauf und kann die Gesundheit und Anwesenheit ins Positive oder ins Negative beeinflussen. Als erfahrene Führungskraft habe ich das Ziel, die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten und damit die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen. Damit entsteht ein Wettbewerbsvorteil am Markt.

Eine gute Personalauswahl und Personalentwicklung ist deshalb gerade im Führungsbereich so elementar für jedes Unternehmen.Bessere Arbeitsabläufe werden gefördert, Störungen reduzieren sich und Konflikte werden als Chance für die Weiterentwicklung eines Bereichs genutzt.
Gute Führung ist ressourcenschonend und führt zu einer besseren Unternehmenskultur.

Die wichtigsten Grundlagen im Gesundheitsschutz sind gesetzlich geregelt.
Ich nenne die wichtigsten Grundlagen die „Big Five“ (siehe Beitrag „Big Five im BGM“). Die Big Five sind also gesetzlich verankerte Normen zur Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Suchtprävention, zum Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM) und zur Inklusion (inklusive Schwerbehinderung).
Damit erschließt sich, dass Gesundheit per Gesetz eine Unternehmensaufgabe und damit auch eine Führungsaufgabe ist. Dieser kann ich mich verweigern, aber nicht entziehen.

Weitere Schutzgesetze wie beispielsweise das Arbeitszeitgesetz oder das Mutterschutzgesetz dienen ebenso dem Erhalt der Gesundheit von Beschäftigten und sind keineswegs ein lästiges Übel, sondern wertvolle Bestandteile eines mitarbeiterschätzenden Unternehmens.
Unternehmen und Verantwortliche für das Personal sollten als selbstverständlich erachten, dass …
o Arbeitssicherheitsvorschriften und Unterweisungen wichtig sind;
o eine arbeitsmedizinische Vorsorge und Betreuung einen Nutzen haben;
o ein gutes BEM zur Vermeidung von Fehlzeiten und der Reintegration von Beschäftigten, nach einer langen Erkrankung, sinnvoll ist;
o die Suchtprävention die Arbeitssicherheit steigert und berauschende Mittel am Arbeitsplatz nichts zu suchen haben;
o Inklusion eine Haltung ist, die es ermöglicht, dass unterschiedliche Ressourcen und Fähigkeiten genutzt werden können;

Mit dieser Haltung sind die Entscheider auf dem besten Weg das volle Potential der Belegschaft zu entfalten und ein sinnhaftes Miteinander zu erreichen.
Alle Personalverantwortlichen, die diese Einstellung beherzigen, sind auf dem besten Weg sich zu herausragende Führungspersönlichkeiten zu entwickeln. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass Ihnen die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihrer Kolleginnen und Kollegen am Herzen liegt und sie diese mit ihrem Handeln erhalten und fördern. Damit werden gute Arbeitsbedingungen, eine hohe Wertschöpfung und attraktive Arbeitsplätze geschaffen und aus einem Unternehmen wird ein gesundes Unternehmen.

Empathie und authentisches Handeln helfen maßgeblich und ermöglichen eine hohe Glaubwürdigkeit des Vorgesetzten bei der Belegschaft.

Im nächsten Beitrag stelle ich das – „Haus der Arbeitsfähigkeit“ nach Ilmarinen vor. Ein Modell, dass Entscheidungen erleichtert.